Santa Marinella - Cala Gonone
Überfahrt bei Sturm
Datum: 03.06.2001; Strecke: 145 km
An Bord angekommen haben wir genug Zeit, um den Tiger zu verzurren und unser Gepäck zu verstauen. Die Moby Lally ist kein besonders großes Schiff und wir machen einen kleinen Rundgang. Es gibt nur ein Restaurant im vorderen Bereich, eine Bar, sowie einen kleinen Laden. Am Heck kann man einigermaßen windgeschützt auch an Oberdeck sitzen. Noch ist der Himmel klar und das Wetter ruhig. Vor uns legen die Schnellboote nach Sardinen ab und kurz darauf machen auch wir die Leinen los.
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Bei blauem Himmel und ruhiger See geht es los, wir genießen die Sonne auf Oberdeck und studieren die Karte und den Reiseführer von Sardinien. Gegen Mittag bekommen wir Hunger und wollen ins Restaurant gehen. Inzwischen haben wir die offene See erreicht, der Seegang und auch der Wind haben deutlich zugenommen.
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Im Restaurant im Vorschiff wird uns erst bewußt, wie hoch der Wellen inzwischen sind. Die Wellen und die Gischt klatschen an die Restaurantfenster. Während des Essens muss man sich ordentlich festhalten und die Getränke sichern, so geht das Schiff hoch und runter. Wir versuchen also für den Rest der Überfahrt einen ruhigen Platz im Heck zu finden und hoffen, dass der Wind und die See wieder ruhiger werden, sobald wir Sardinien erreichen. Die Gischt bekommt man am Nachmittag sogar noch am Heck ab und am Abend sind unsere Hosen und Jacken mit einer feinen, weißen Salzkruste überzogen, die nur schwer zu entfernen ist.
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Der Seegang nimmt zwar ab, der starke Wind bleibt aber. Im Hafen angekommen ist es kaum möglich, die Karte und unsere Sachen zu verstauen. Man muß alles festhalten und kann sich kaum unterhalten. Wir treffen einige andere Motorradfahrer, die gerade zurück nach Genua wollen. Sie erzählen der Wind wäre seit ca. zwei Tagen, aber so stark wie gerade heute war er noch nie. Ihre Nachtfähre wird wegen des Winds und der See wohl auch nicht oder nur verspätet auslaufen - wir hoffen, dass wir in ca. einer Woche mehr Glück haben.
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Wir machen uns also gleich weiter auf den Weg, um einen schönen Strand und einen ruhige Ort an der Ostküste zu finden. Wir fahren Richtung Süden auf der 125 nach San Teodoro, aber der Wind ist so stark, daß die Fahrt keinen Spaß macht. Man wird immer wieder von heftigen Böen ergriffen und muß selbst auf gerader Strecke mit Schräglage fahren. Helm und Kopf werden ständig hin und her gerissen. Selbst in den Bergen weht der Wind und nur einmal ist es windstill, als wir durch einen Engpaß fahren und der Wind uns von hinten erfasst. Mit ca. 70 km/h haben wir die gleiche Geschwindigkeit wie der Sturm.
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Wir begutachten einige Orte und fahren über die SS131 Richtung Nuoro und dann an die Küste nach Dorgali und Cala Gonone. Von der SS125 - sehr schöne Strecke wie wir später noch sehen werden - geht es in Serpentinen hinunter nach Cala Gonone. Wir finden schon beim durchfahren des kleinen Orts einige Hotels. Doch bläst uns der Wind buchstäblich bis zum Ortsende am Strand auf einen Parkplatz vorm Hotel Costa Dorada.
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Auf dem Parkplatz steigt Marina vom Motorrad, in dem Moment erfasst mich eine sehr heftige Böe. Ich kann nur noch die Handbremse ziehen, beide Füße auf den Boden stemmen und abwarten. Ein Absteigen ist unmöglich und ich befürchte, dass der Wind die Maschine nach vorn vom Ständer schiebt.
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Als sich er Wind legt, fragen wir im Hotel nach einem Zimmer und bekommen zum Glück auch eins. Von der Rezeption aus sehen wird immer wieder einige Böen über die Terrasse fegen und auf dem Meer Gischt nach oben saugen. Als wir endlich unser Gepäck auf das Zimmer bringen wollen, befürchte ich schon, dass der Tiger nicht mehr steht. Aber Glück gehabt, allerdings ist der Helm vom Spiegel geweht worden. Für die Nacht bekommt der Tiger einen windgeschützten und sicheren Platz in der Hoteleinfahrt.
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Designed von Marina Burow (Reiseführung) und
Peter Harbusch (Fahrer)
URL Main page: http://www.TigeronTour.de
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